Standheizung nachrüsten und im Winter warm einsteigen
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Der erste Frost kommt oft über Nacht. Morgens dann das gewohnte Bild: vereiste Scheiben, klamme Finger, und der Motor braucht ewig, bis es im Innenraum warm wird. Eine Standheizung nimmt Ihnen genau das ab. In fast jedes Auto lässt sie sich nachrüsten. Was das kostet, welche Arten es gibt und wann sich der Einbau rechnet, klären wir hier aus Sicht unserer Werkstatt.
Welche Standheizungen gibt es?
Grob unterscheidet man zwei Bauarten, und der Unterschied entscheidet mit über Ihre Wahl. Die kraftstoffbetriebene Wasserheizung verbrennt etwas Diesel oder Benzin aus dem Tank und erwärmt damit das Kühlwasser. Über die normale Lüftung wird der Innenraum warm. Ihr großer Vorteil liegt darin, dass sie die Scheiben enteist und den Motor gleich mit vorwärmt. In den meisten Pkw ist das die sinnvolle Wahl.
Die Luftheizung bläst warme Luft direkt in den Innenraum, ohne den Motor einzubeziehen. Sie ist sparsamer und flexibler im Einbau, passt aber eher zu Transportern, Wohnmobilen oder großen Innenräumen. Beide Bauarten leisten je nach Modell 3 bis 5 kW. Daneben gibt es die elektrische Standheizung. Sie verbrennt keinen Kraftstoff und darf deshalb auch in einer geschlossenen Garage laufen, braucht dafür aber länger, bis es warm wird.
Was kostet das Nachrüsten?
Ehrlich gesagt hängt das stark vom Fahrzeug ab. Als Faustwert liegen Sie mit einer nachgerüsteten Standheizung samt fachgerechtem Einbau meist zwischen 1.200 und 3.000 Euro.
Eine einfache Luftheizung gibt es ab etwa 800 bis 1.200 Euro. Eine hochwertige Wasserheizung mit App- oder Funksteuerung kostet inklusive Einbau eher 1.200 bis 2.500 Euro. Bei einem gängigen Kompaktwagen wie dem VW Golf, für den das Einbauverfahren standardisiert ist, bewegt sich die Rechnung oft zwischen 1.300 und 1.800 Euro.
Ein Sonderfall lohnt den Blick in die Papiere. Hat Ihr Auto ab Werk einen elektrischen Zuheizer, lässt sich dieser teils zur vollwertigen Standheizung aufrüsten. Dann sinken die Teilekosten deutlich, in günstigen Fällen auf rund 200 Euro plus Einbau. Was bei Ihnen geht, sagt Ihnen ein kurzer Blick unserer Werkstatt aufs Fahrzeug.
Wie viel verbraucht sie im Betrieb?
Wenig, gemessen am Nutzen. Eine moderne Anlage zieht laut ADAC rund einen halben Liter Kraftstoff pro Stunde. In der Praxis reichen 15 Minuten Vorheizen auch an kalten Tagen, das sind gut zehn Cent Sprit. Zum Vergleich: Wer stattdessen den Motor im Stand warmlaufen lässt, verbrennt schnell das Mehrfache. Erlaubt ist das ohnehin nicht.
Den Strom zieht die Heizung aus der Starterbatterie. Als Faustregel sollten Sie danach mindestens so lange fahren, wie die Heizung lief, damit die Batterie wieder voll wird. Für reine Kurzstrecke ist eine Standheizung deshalb nur bedingt geeignet.
Wann lohnt sich eine Standheizung?
Klar lohnt sie sich, wenn Ihr Auto im Winter draußen steht und keine Garage hat. Freie Scheiben ohne Kratzen sind ein Sicherheitsgewinn, nicht nur Komfort. Beschlagene oder vereiste Scheiben kosten Sicht, und schlechte Sicht ist im Winter eine der häufigen Unfallursachen.
Für Dieselfahrer kommt ein technischer Vorteil dazu. Der Motor erreicht schneller seine Betriebstemperatur, das schont ihn und die Abgasreinigung arbeitet früher sauber. Auch beim Wiederverkauf ist eine eingebaute Standheizung ein Pluspunkt, gerade bei uns im Bestand achten Käufer darauf. Wenn Sie dagegen fast nur kurze Strecken fahren und nachts in der Garage stehen, brauchen Sie sie eher nicht.
Und beim Elektroauto?
Hier liegt der Fall anders, und meist noch günstiger für Sie. Jedes E-Auto bringt serienmäßig eine elektrische Vorklimatisierung mit, oft per App steuerbar. Der Clou dabei: Heizen Sie vor, während der Wagen noch an der Wallbox hängt, kommt die Wärme aus dem Netz und nicht aus dem Antriebsakku. Das kostet keine Reichweite.
Und Reichweite ist im Winter kostbar. Um den Gefrierpunkt verlieren E-Autos im Schnitt 15 bis 25 Prozent. Wer Innenraum und Batterie vorwärmt, solange der Wagen lädt, startet warm und mit vollem Akku. Welche Stromer bei uns stehen, sehen Sie im Fahrzeugbestand.
Warum der Einbau in die Meisterwerkstatt gehört
Eine Standheizung greift tief ins Fahrzeug ein, in die Kraftstoffleitung, in die Elektrik, in den Kühlkreislauf und die Abgasführung. Das ist nichts für die eigene Garage, ein Fehler an einer Kraftstoffleitung verzeiht keiner.
In unserer angeschlossenen Kfz-Meisterwerkstatt bauen wir die Anlage fachgerecht ein und dokumentieren alles sauber. Geräte mit EG-Typgenehmigung, seit rund zwei Jahrzehnten Standard, müssen Sie nicht extra beim TÜV abnehmen lassen. Nur bei älteren Systemen ohne diese Genehmigung ist eine Abnahme nach Paragraf 19 der Zulassungsordnung fällig, und auch die übernehmen wir für Sie.
Einen Termin buchen Sie bequem online. Welche Systeme von Webasto oder Eberspächer zu Ihrem Auto passen, klären wir vorab. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie auf der Seite Service und rund um die Werkstatt.